Zeitleiste

1375

Stechow wird als Pfarrsitz erwähnt

Bereits im Jahr 1375 wurde Stechow als Pfarrsitz genannt. Damit reicht die kirchliche Geschichte des Ortes weit vor den heutigen Kirchenbau zurück. Die Dorfkirche steht somit nicht nur für ein einzelnes Gebäude, sondern für eine jahrhundertealte geistliche Tradition im Havelland.

13. bis 14. Jahrhundert

Frühe Zeugnisse des Glaubens

Einige Ausstattungsstücke weisen tief in die mittelalterliche Geschichte zurück. Besonders eindrucksvoll sind die mittelalterliche Bronzeglocke, der aus einem Stamm gefertigte Opferstock und eine alte Eichenholztruhe mit schmiedeeisernen Beschlägen. Sie erinnern daran, dass hier schon sehr früh Menschen zusammenkamen, beteten, feierten und ihre Kirche als Mittelpunkt des Dorflebens verstanden.

1469

Vermutliches Baujahr des gotischen Feldsteinsaals

Im Kern geht die Dorfkirche Stechow vermutlich auf das Jahr 1469 zurück. Der gotische Feldsteinsaal prägt bis heute den historischen Charakter des Gebäudes. Wahrscheinlich wurde der Bau unter Eggert von Stechow ausgeführt. Zugleich ist anzunehmen, dass es an diesem Ort oder in unmittelbarer Nähe bereits vorher eine Kapelle gab, denn die Geschichte des christlichen Lebens in der Mark reicht bis in die Zeit der deutschen Siedler im 13. Jahrhundert zurück.

1662

Eine Taufschale aus der Patronatszeit

Aus dem Jahr 1662 stammt die Taufschale, die von einer Patronatsherrin gestiftet wurde. Solche Gaben zeigen, wie eng die Kirche über Jahrhunderte mit den Familien des Ortes und der Umgebung verbunden war. Noch heute erzählen diese Stücke von Verantwortung, Frömmigkeit und Verbundenheit mit der Gemeinde.

1725

Wechsel der Patronatsherrschaft

Im Jahr 1725 verkauften die Stechows ihren Besitz an Ludwig von Bredow. Damit veränderten sich auch die historischen Besitz- und Patronatsverhältnisse, die über lange Zeit das kirchliche Leben mitprägten. Unter dem Altar befindet sich bis heute die Gruft mit Grabstätten der Patronatsfamilien.

1731

Renovierung und Erweiterung der Kirche

Im Jahr 1731 wurde die Kirche ausgebessert, renoviert und erweitert. Der Ostteil erhielt einen dreiseitigen Abschluss aus Backsteinen, die Fenster wurden vergrößert und rechteckig gestaltet. Auch ein quadratischer Fachwerkdachturm mit Schweifhaube und schlanker Spitze gehörte zu dieser barocken Prägung des Kirchenbaus.

1736

Entstehung des eindrucksvollen Bildaltars

Der Altaraufbau von 1736 gehört zu den besonderen Schmuckstücken der Dorfkirche. In seiner Mitte zeigt ein Gemälde die Kreuzigung Christi, flankiert von gewundenen Säulen und großen Akanthuswangen. Über dem Altar erscheint die Figur des Auferstandenen, begleitet von Engelsfiguren. Das ovale Bild in der Predella zeigt eine Abendmahlszene und verbindet die Ausstattung der Kirche mit zentralen Motiven des christlichen Glaubens.

1856

Bau der Lütkemüller Orgel

Im Jahr 1856 wurde die Orgel durch Pastor Christian Ludwig Hülsen geweiht. Gebaut wurde sie von Friedrich Hermann Lütkemüller aus Wittstock, einem bedeutenden Orgelbauer der Region. Bis heute ist sie ein wertvolles Ausstattungsstück der Kirche und befindet sich in gut bespielbarem Zustand. Sie steht gesondert unter Denkmalschutz.

1865

Reparatur des Kirchturms

Der Kirchturm musste 1865 umfassend repariert werden, da das Holz an der Westseite morsch geworden war. Diese Reparatur zeigt, dass der Erhalt der Kirche schon im 19. Jahrhundert immer wieder Einsatz und Aufmerksamkeit erforderte. Jede Generation musste ihren Teil dazu beitragen, das Bauwerk zu bewahren.

1877

Taufbecken zum Pfarrjubiläum

Das Taufbecken wurde der Kirche anlässlich des Pfarrjubiläums der Familie Hülsen im Jahr 1877 geschenkt. Zusammen mit der älteren Taufschale erzählt es von Taufen, Familiengeschichten und Lebensanfängen, die über viele Generationen mit dieser Kirche verbunden waren.

1917 bis 1918

Die Orgel in Kriegszeiten

Während des Ersten Weltkriegs wurden 1917 die Zinnpfeifen der Orgel beschlagnahmt. Bereits 1918 wurden sie durch Zinkpfeifen ersetzt, ausgeführt von Alexander Schuke. Auch diese Veränderung macht sichtbar, wie stark die großen Ereignisse der Geschichte bis in das Innere einer Dorfkirche hineinwirkten.

1927

Neugestaltung der Kirche

Im Jahr 1927 wurde die Kirche neugestaltet. Damit wurde der Innenraum erneut an die Bedürfnisse und Vorstellungen der damaligen Gemeinde angepasst. Die Dorfkirche blieb dadurch ein lebendiger Ort, der sich veränderte, ohne seine historische Würde zu verlieren.

1982

Wiederentdeckung alter Abendmahlsgeräte

Bei Dacharbeiten im Pfarrhaus wurden 1982 ein Kelch und eine Taufflasche gefunden. Sie stammen aus der Zeit der Stiftung der Taufschale und sind besondere Zeugnisse der kirchlichen Ausstattung. Solche Funde machen die Geschichte der Kirche unmittelbar greifbar, fast so, als würde das Gebäude selbst Erinnerungen bewahren.

1980er Jahre

Gründliche Renovierung

In den 1980er Jahren erfuhr die Kirche eine gründliche Renovierung. Damit wurde erneut ein wichtiger Beitrag zum Erhalt des Gebäudes geleistet. Die Sanierung bewahrte nicht nur Mauern und Ausstattung, sondern auch einen Ort, der für das Dorf Erinnerung, Gemeinschaft und Identität bedeutet.

2004

Gründung des Fördervereins

Im Jahr 2004 gründete sich der Förderverein zur Sanierung und Erhaltung der Kirche. Seitdem engagieren sich Menschen aus dem Ort und aus der Umgebung dafür, dieses besondere Bauwerk zu bewahren. Der Verein steht für bürgerschaftliches Engagement, Heimatverbundenheit und die Verantwortung, ein Stück regionaler Geschichte an kommende Generationen weiterzugeben.

2011 bis 2012

Restaurierung des Kirchturms

Von 2011 bis 2012 wurde zunächst der Kirchturm restauriert. Dabei wurde auch das Fachwerk im oberen Bereich wiederhergestellt. Dieser Abschnitt war ein wichtiger Schritt, um die äußere Gestalt der Kirche zu sichern und ihr historisches Erscheinungsbild zu stärken.

2016

Westfassade und Turmsockel

Im Jahr 2016 folgten die Sanierung der Westfassade und des Sockels des Kirchturms. Auch Teile der Ausstattung wurden gereinigt und restauriert. Schritt für Schritt wurde die Kirche dadurch nicht nur baulich gesichert, sondern auch in ihrer besonderen Ausstrahlung wieder stärker sichtbar gemacht.

2011 bis 2021

Sanierung in vier großen Abschnitten

Zwischen 2011 und 2021 wurde die Kirche in vier großen Abschnitten saniert. Diese Jahre zeigen, wie viel Ausdauer, Planung und Unterstützung nötig sind, um ein historisches Bauwerk zu erhalten. Die Sanierung war nicht nur ein bauliches Projekt, sondern ein gemeinschaftlicher Einsatz für die Geschichte und Zukunft der Dorfkirche Stechow.